Romrod. Feuerwehrausbildung in einer über 200 Meter hohen Windkraftanlage: Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Romrod übte am 8. März 2024 in einem Windpark. „Im Fokus des Trainings stand die Hilfeleistung im Bereich von Erneuerbaren Energien“, so Ausbilder Lukas Ziegler. Wie er schilderte, wurden den Feuerwehrleuten die nötige Ortskenntnis und die Sicherheitsausrüstung einer solchen Energieumwandlungsanlage vermittelt.

Der zuletzt bei Romrod in Betrieb gegangene Windpark verfügt über fünf Windkraftanlagen mit einer Nennleistung von jeweils drei Megawatt, die rein rechnerisch zusammen rund 5.000 Haushalte mit elektrischem Strom versorgen können. Dafür sind Rotoren mit einem Durchmesser von 115 Metern erforderlich, die im Anblick von lediglich etwa drei Meter hohen Feuerwehrfahrzeugen gigantisch wirken.

„Bei solchen Dimensionen wird schnell klar, dass bei einem Unfall oder Brand eine Freiwillige Feuerwehr vor besondere Herausforderungen gestellt wird“, so Ausbilder Ziegler. Bei Bränden von Windenergieanlagen besteht laut seinen Schilderungen für die örtlich zuständige Feuerwehr keine Möglichkeit eine Brandbekämpfung im Maschinenhaus beziehungsweise an der Gondel sowie an den Rotorflügeln durchzuführen. Es sei nur bedingt eine Brandbekämpfung im Sockel möglich. „Die Feuerwehr kann sich lediglich auf die Absicherung des Brandortes und die Verhinderung der Ausbreitung von Folgebränden auf dem Boden beschränken“, so Ziegler. Das Ziel sei es, die Ausdehnung des Brandes auf die Nachbarschaft zu verhindern und den vom Brand erfassten Bereich schnellstmöglich abzulöschen.

Im Rahmen der Feuerwehrausbildung wurden die Zufahrts- und Bewegungsflächen mit Löschfahrzeugen getestet sowie die Lagepläne in Augenschein genommen und die verwechslungsfreie Zuordnung der Windkraftanlagen durch Kennzeichnung gesichtet. Auch informierten sich die Feuerwehrleute über die in den Windrädern vorgehaltenen Löschmittel in Form von Pulverlöscher, Kohlendioxidlöscher und Schaumlöscher sowie die Lage der Not-Halt-Taster.